ESEL
Esel? Ja, sind das nicht diese störrischen Viecher mit den langen Ohren?
Nein, störrisch sind die Esel nicht, sie sind vorsichtig! Sie gehören wie die Pferde zur Gattung der Equiden. Pferde sind Steppen- und damit Fluchttiere. Esel stammen dagegen ursprünglich aus gebirgigen Wüstenregionen. Eine schnelle Flucht kann da schnell das Verderben bedeuten. Das heißt, in der Regel (erschrecken kann sich ein Esel aber natürlich auch) bleibt der Esel in unklaren Situationen erst mal stehen und versucht die Lage zu sondieren. Ein Beispiel aus unserem Alltag: Der Straßenbelag wechselt von Asphalt auf Pflaster. Der Esel muss dann das Maul zum Untersuchen der Gefahrlosigkeit herunter nehmen können. Gebe ich ihm diese Zeit nicht, wird er störrisch(?) reagieren! Wenn ja, geht er problemlos weiter.
Gleichwohl, ein Esel hat schon – wie wir Menschen auch – seine persönlichen Mucken, ist oft ein kleines Schlitzohr und meist sehr neugierig. Insbesondere Kindern oder Behinderten gegenüber sind sie meist sehr schmusig und nachsichtig. Meine Esel, die Wallache FELIX (geb. 2001), JOSHI (geb. 2005), MATTI (geb. 2001), NICO (geb. 2001) und ROBBY (geb. 2004) sind seit Ende 2006 bei mir und wir gewöhnen uns immer noch aneinander. Es ist oft wie mit Kindern, sie versuchen immer wieder ihren Willen durchzusetzen! Mit Zwang geht da nichts, auch ein Esel muss überzeugt werden!
Noch etwas Hintergrundwissen:
Obwohl Esel eine eigenständige Art sind, können sie sich mit Pferden fortpflanzen. Aus einen Eselhengst und einer Pferdestute geht ein Maultier hervor. Seine Körpereigenschaften und sein Verhalten ähneln mehr dem Pferd, es ist allerdings weniger scheu. Aus einem Pferdehengst und einer Eselstute entsteht ein Maulesel, der meist – abgesehen von der Stimme – mehr dem Esel ähnelt. Maultiere und Maulesel sind in der Regel selbst – als biologische Bastarde – nicht fortpflanzungsfähig. Neben den äußerlich erkennbaren Unterschieden zu Pferden (nicht nur die langen Ohren) besitzen Esel fünf statt sechs Lendenwirbel. Ihre Tragezeit dauert mit rund 370 Tagen einen guten Monat länger.
